Worum es geht
Holacracy: Entscheidungsmacht in Rollen und verschachtelten Kreisen statt bei Personen, keine Vorgesetzten, keine Stellenbezeichnungen, Steuerung über ein formales Regelwerk mit Governance- und Tactical-Meetings.
Stand heute
Kernbestandteile wurden zurückgenommen, das Unternehmen nennt sich selbst nicht mehr Holacracy. Der stärkste empirische Einwand gegen Regelwerksglauben.
Nach dem Ultimatum von Tony Hsieh im März 2015, sich voll auf Holacracy einzulassen oder eine Abfindung zu nehmen, verließen rund 18 Prozent der Belegschaft das Unternehmen.
Die Beteiligten selbst warnen in der HBR-Analyse vor Extrempositionen und plädieren dafür, einzelne Elemente gezielt einzusetzen statt ein Gesamtsystem zu importieren.
Noch offen: Wie Zappos unter Amazon heute organisiert ist.
Zahlen
- BrancheOnline-Handel
- Größerund 1.500 Mitarbeitende zum Zeitpunkt der Einführung
- Seit2013
Die Grenze des Falls
Bis 2020 hatte Zappos die stark formalisierten Meetings abgeschafft und Manager wieder eingeführt, die Kreisstruktur blieb. John Bunch, der die Einführung geleitet hatte, beschrieb die Organisation danach als marktbasiertes Oekosystem aus Mikro-Unternehmen mit eigener Ergebnisrechnung. Die Bürokratie verschwand nicht, sie wechselte die Form. Laufbahn, Gehalt und Status blieben ungelöst.
So nennen wir ihn
Als unser eigenes Argument gegen Rezepte: Ein kodifiziertes Regelwerk ersetzt keine Hierarchie, es formalisiert sie neu. Und als Beleg dafür, dass der Weg über Marktkopplung trug, wo das Regelwerk fiel. Nicht sagen: Nicht als Beleg gegen Selbstorganisation insgesamt lesen. Gescheitert ist ein bestimmtes Regelwerk, nicht das Prinzip.
Belege
- Quartz at Workabgerufen 16.09.2026
- Bernstein, Bunch, Canner, Lee, Harvard Business Reviewabgerufen 16.09.2026
- Enlivening Edgeabgerufen 16.09.2026