Worum es geht
Ein italienischer IT-Dienstleister arbeitet in autonomen Kleinstunternehmen auf einer gemeinsamen Plattform, einer Mischung aus Holakratie und Haiers Modell, und ist in dieser Zeit stark gewachsen.
Stand heute
Der Fall ist unser jüngster: 909 Millionen Euro Umsatz und 4.463 Mitarbeitende zum Geschäftsjahresende, gewachsen aus 154 Millionen Euro im Jahr 2014, als Francesca Moriani die Führung übernahm.
Der Umbau begann Ende 2022, Auslöser war eine durch Zukäufe zersplitterte Organisation und unzufriedene Kunden. 2025 bekam Var Group als erstes großes italienisches Unternehmen den Zero Distance Excellence Award.
Zahlen
- Umsatz909 Mio. € (2014: 154 Mio. €)Geschäftsjahr bis 30.04.2026
- Mitarbeitende4.463 (2014: rund 700)30.04.2026
- Ergebnis vor Abschreibungen96,5 Mio. €30.04.2026
Die Grenze des Falls
Der Umsatzsprung kam überwiegend durch Zukäufe. Das Organisationsmodell war die Antwort auf die zersplitterte Zukauf-Organisation, nicht die Ursache des Wachstums. Ein Kausalanspruch ist aus den Quellen nicht belegbar. Dazu kommt: Es gibt keine unabhängige Beschreibung des Modells, alle Darstellungen gehen auf Interviews mit der Vorstandschefin zurück, und der Preis kommt von der Organisation, die das Modell selbst vertritt.
So nennen wir ihn
Ampel von grün auf gelb gesetzt (Sophie, 16.09.2026): Die Zahlen stimmen, aber die Verbindung zwischen Modell und Wachstum trägt nicht. Nie als Langzeitbeweis und nie als Beleg dafür verkaufen, dass die Organisationsform den Umsatz gemacht hat.
Belege
- Var Group, We are: Umsatz 909 Mio. €, 4.463 Mitarbeitende, EBITDA 96,5 Mio. € zum 30.04.2026abgerufen 16.09.2026
- ZeroUno: Open Platform Organization, das Modell im Detail (04.08.2025)abgerufen 16.09.2026
- Industria Italiana: Interview Moriani, Auslöser des Umbaus und Zukaufsgeschichteabgerufen 16.09.2026
- Zero Distance Excellence Award, Besuch von Haier-Gründer Zhang Ruimin in Mailand (Juli 2025)abgerufen 16.09.2026